Welche Bereiche beinhaltetdie Wissenschaft?

Wie der Name bereits andeutet, ist das Ziel der Wissenschaft die Mehrung des Wissens durch das Zusammentragen von Erkenntnissen. Diese Erkenntnisse müssen mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden erlangt werden. Mehr erfahren...

  • 1 Wissenschaftlicher Nachwuchs - durch welche Menschen wird der wissenschaftliche Nachwuchs unserer Gesellschaft zu dem, was er ist? Mehr erfahren...
  • 2 Wissenschaftsgeschichte - Welche Inhalte und Erkenntnisse haben die Wissenschaftsgeschichte bis heute am nachhaltigsten geprägt? Mehr erfahren...

Wissenschaftliches Know-how in der angewandten Forschung

Laut OECD handelt es sich bei Angewandter Forschung, wie bei Grundlagenforschung, um grundlegende Untersuchungen, die zur Aneignung neuen Wissens durchgeführt werden. Erstere ist jedoch primär auf ein spezifisches praktisches Ziel oder Ergebnis ausgerichtet. Die sie weiterführende experimentelle Entwicklung umfasst systmatische Arbeiten, die sich auf durch Forschungsarbeiten und/oder praktische Erfahrungen gewonnenen Erkenntnisse stützen und auf die Erzeugung neuer Werkstoffe, Produkte oder Vorrichtungen, die Einführzung neuer Prozesse, Systeme und Dienstleistungen oder deren deutliche Verbesserung abzielen.
Die Fraunhofer Gesellschaft als bedeutende Vertreterin Angewandter Forschung in Deutschland trägt folgende Definitionen bei: Angewandte Forschung (auch Zweckforschung) ist wissenschaftliche Tätigkeit, die ein bestimmtes, oft technisches Problem lösen will. Sie verfolgt eine wirtschaftliche Anwendung und findet sowohl an Hochschulen als auch in der freien Wirtschaft, in Deutschland darüber hinaus insbesondere an den Instituten der Fraunhofer Gesellschaft, statt. Die in ihr gewonnenen Erkenntnisse werden in technische Entwicklungen umgesetzt. Zudem kann sie als Ideengeber für die Grundlagenforschung dienen. Für kleine und mittlere Unternehmen ohne eigene FuE-Abteilung ist sie ein wichtiger Lieferant für innovatives Know-how.

Angewandte ForschungDer Zusammenhang zwischen der Grundlagen-forschung und der angewandten Forschung besteht demnach darin, dass die Grundlagen-forschung das Wissen für die angewandte Forschung liefert und die angewandte Forschung unter anderem Impulsgeber für die Grundlagenforschung sein kann. Der wissenschaftliche Erkenntnisgrad nimmt von der Grundlagenforschung zur angewandten Forschung hin ab. Der Konkretisierungsgrad sowie der Praxisbezug nehmen hingegen weiter zu. Diese Trends verstärken sich in dem der Forschung nachgelagerten Prozess der Entwicklung, die ihr Wissen aus der angewandten Forschung bezieht.

Eng verzahnt mit Angewandter Forschung ist Auftragsforschung, die noch enger an der wirtschaftlichen Verwertbarkeit orientiert ist. Für sie gilt im wesentlichen, dass sie zielorientiert und ergebnisoffen ist. Ebenso, dass sie einen definierter Weg der Umsetzung und einen definierter Zweck der Untersuchung hat. Die Interpretation von Daten oder Ergebnissen durch den Forscher sind notwendig (Forschungsaspekt), das Interesse des Auftraggebers an einem kurzfristigen oder terminplantreuen Ergebnis ebenso. Der Erfolg wird nicht geschuldet, aber das Ergebnis wird geschuldet. Im medizinisch-pharmakologischen Bereich wird der Begriff Translationale Forschung benutzt, um die Verzahnung von Forschung und Anwendung zu kennzeichnen. Translationale Forschung hat die Aufgabe, grundlagenwissenschaftliche Erkenntnisse weiterzuentwickeln, um sie für den Menschen direkt nutzbar zu machen. Dies ist ein zielgerichteter Prozess, der die Expertise und Zusammenarbeit vieler unterschiedlicher Spezialisten benötigt und der von einem engen Wissenstransfer zwischen Labor und Krankenbett lebt. In diesem Bereich ist Angewandte Forschung schon lange kommerzialisiert und externen CROs (Clinical Research Organization) übertragen worden. Dabei handelt es sich um die Erforschung der Wirksamkeit von Medikamenten an Patienten in definierten klinischen Stadien.